Ein Plädoyer für die Aggression / Teil I

Was veranlasst mich, ein Plädoyer für die Aggression zu halten? Es ist zunächst einmal das weitverbreitete und tiefe Missverständnis des Begriffes Aggression selbst und es ist die Erfahrung meiner therapeutischen Arbeit, in der ich mich den mitunter fatalen Folgen ihrer Abwesenheit gegenüber sehe. Menschen, die in ihrer erlernten Unfähigkeit zum Widerstand und zur Aggression zwangsläufig in der Ohnmacht verharren, einem Ohne-Macht-Sein, das den Nährboden für seelische Erkrankungen bildet, die bis hin zum Verlust eines nie wirklich gekannten Selbst reichen können. Je früher dieser Zerstörungsprozess eingesetzt hat, je geringer die mitgebrachte Resilienz – die seelische Widerstandskraft eines Menschen –, desto schmerzlicher und tragischer wird sich die Abwesenheit von Aggression über kurz oder lang bemerkbar machen. Die lebensfördernde und -bejahende Seite der Aggression ein wenig mehr ins rechte Licht zu rücken, erneut die Neugier auf diese uns innewohnende Urkraft zu wecken, Offenheit und Umdenken anzuregen – das ist das Anliegen dieses Blogbeitrages.


Schlechte Karten für die Aggression
Die Wahrnehmung des Begriffs Aggression in der Öffentlichkeit
Der Begriff Aggression ist in der öffentlichen Wahrnehmung und Bewertung immer noch fast durchweg negativ besetzt. Mit ihm wird in der Regel eine Form von grenzüberschreitender Gewaltanwendung verbunden, sei sie verbaler oder tätlicher Natur. Zudem oder auch dadurch hat die Ablehnung von Aggression eine gewisse Instrumentalisierung erfahren. Sie macht es leicht, Impulse aggressiver Natur bereits im Keim zu ersticken. Es sei an dieser Stelle bereits gesagt, dass es paradoxerweise oft der Aggressor selbst ist, der solches ausspricht, um sein Gegenüber im Zaum, klein und „handhabbar“ zu halten: „Sei doch nicht so aggressiv!“ oder „Was bist du schon wieder aggressiv!“ Hier schwingt eine Drohung mit, die Bestrafung eines Verhaltens, das in den Widerstand geht und Grenzen verteidigt, um die Macht des heimlichen Aggressors unangetastet zu lassen. Sie setzt auf erlernten Gehorsam und hat gesellschaftlichen Status erlangt, denn so gut wie niemand möchte sich das Stigma des Aggressiv-Seins anhängen lassen. Lieber ist man lieb! Und so wird uns die Lust an der Aggression regelrecht und systematisch ausgetrieben und verdorben.

Die Würdigung des Begriffs in der Literatur / Die Wahrnehmung in der Literatur
Die Literatur, die die Kraft der Aggression in ihrer auch positiven Bedeutung hervorhebt, ist bis heute äußerst spärlich. Im Gegenzug gibt es zahlreiche Publikationen, die Herkunft und Notwendigkeit analysieren, über den erlernten oder angeborenen Aspekt philosophieren und spekulieren. Aggressionstheorien rücken hauptsächlich den Aspekt der Gewalt in den Fokus und einige Ratgeber, auch aus dem therapeutischen Umfeld, wollen uns die Aggression sogar abtrainieren und aberziehen.
Als eine Ausnahme ist der Humanmediziner und Psychotherapeut Rüdiger Dahlke zu nennen, der in seinem Buch „Aggression als Chance“, erstmals erschienen im Jahr 2003, die „lebensfördernde Seite“ dieser Urkraft beschreibt, mythologische und spirituelle Ebenen durchleuchtet und sich in seinen Ausführungen ebenfalls den Auswirkungen der Abwesenheit von Aggression von diversen Krankheitsbildern bis hin in gesellschaftliche und politische Bereiche widmet.
Das Buch „Keine Angst vor Aggression“ von George R. Bach, seinerzeit Leiter des Instituts für Gruppentherapie in Los Angeles und Herb Goldberg, seinerzeit Professor für Psychologie an der California State University, enthält ganz vorzügliche Ausführungen zum Thema Aggression und beschreibt facettenreich die Folgen eines Mangels im Alltag, im Job, in Freundschaft, Familie und Liebe. Auch, wenn ich ihnen nicht in allen Ausführungen folge, so bleibt als eine der wichtigen Erkenntnisse und Ergebnisse, das die Akzeptanz dieses Urtriebs sich vor allem als Chance und Basis echter und tragfähiger Beziehungen erweist.
Dieses Buch ist 1974 erschienen. Seine wertvollen, auch praktischen Anregungen sind offenbar mehr oder weniger ungehört verhallt, ebenso wie die Ausführungen von Rüdiger Dahlke. Es scheint, als habe sich nichts daran geändert, dass unsere intellektualisierte Gesellschaft nur eines will: Die Aggression aus der Welt schaffen.
Noch waren die Befürworter einer neuen „Aggressionsethik“*1 – und ich zähle mich dazu – wohl nicht aggressiv genug, um dieser Energie wieder den ihr zustehenden Platz in unserem Gefühlshaushalt einzuräumen.
Gemeinsam mit denen, die sich unter den Therapeuten und im Netz um eine Rehabilitation der Aggression bemühen, möchte ich auch mit diesem Blog-Beitrag noch einmal Fragen aufwerfen, Fragen, die Zweifel am negativen Image der Aggression aufkommen lassen, im besten Falle ein Umdenken, eine breitere Sicht und damit eine Neu-Bewertung anbahnen.

 

„Alle Gewalt ist Aggression, aber nicht jede Aggression ist Gewalt.“ *2

Eine erste Annäherung
Vielleicht verhilft der Blick auf die eigentliche Bedeutung des Wortes zu einer angstfreieren Annäherung. Es leitet sich her von „aggredi“ – „heranschreiten“, wiederum basierend auf „gradi“ – schreiten, gehen. (Man stelle sich einmal die Anmut und Würde eines Schreitenden vor!) Die heutige Sprache beschreibt aggredi als „auf etwas zugehen, etwas in Angriff nehmen“. Wir haben es also zunächst einmal nur mit einer Energie zu tun, die in der Lage ist, etwas in Bewegung zu versetzen und diese Energie ist zumindest in diesem Stadium weder gut noch schlecht. Das verdeutlicht ein beliebtes Beispiel aus der Küchenphilosophie: Mit einem Messer kann man Brot schneiden oder einen Menschen töten. Wird das Messer selbst dadurch böse? Es wird ersichtlich, dass das Messer grundsätzlich erst einmal ein an sich neutrales Instrument ist. Nicht anders verhält es sich mit der Aggression. Sie ist eine Kraft, ein Instrument, mit dem ich etwas erreichen, etwas in Angriff nehmen kann, eine Energie, die mich ein Ziel erreichen lässt. Das ist per se nicht böse. Ernst Jünger fasst die Ambivalenz des Phänomens in folgendem Satz: „Die Gefahr liegt in der Person, nicht in der Sache.“ Hier wird auch unmittelbar die Polarität des Aggressionsprinzips deutlich, denn es ist vielmehr die Absicht, die Motivation, die Aggression, vereinfacht ausgedrückt, zu etwas Gutem oder zu etwas Schlechtem macht. Es ist nicht ein „entweder oder“, es ist ein „sowohl als auch“. Wenn es gelingt, den eigenen Blickwinkel in dieser Weise zu erweitern, der Einseitigkeit der Betrachtung diesen Aspekt hinzuzufügen, ist m.E. ein erster und richtiger Schritt getan.

 

Das Aggressionsprinzip in der Natur

Aggression ist zunächst einmal pure Lebensenergie. Energie, die zum Leben gebraucht wird, und mehr noch, Energie, durch die Leben überhaupt entsteht. Rüdiger Dahlke schildert das anschaulich an einem Beispiel der Natur:
„Der Anfang, der immer der Aggressionsenergie bedarf, ist eigentlich etwas Schönes. Ohne Aggression könnte nichts beginnen, und so ist der erste Impuls immer ein aggressiver, man denke nur an den wissenschaftlichen Schöpfungsmythos des Urknalls, jene gewaltige Explosion, die alles in Gang brachte. … Jeder Neubeginn des Jahres geschieht natürlich aus der aggressiven Energie des Frühlings heraus. Die Säfte steigen, die Bäume schlagen aus, und der Salat schießt sogar, und niemand sieht darin etwas Böses. Würden wir dem Frühlingsgeschehen mit unseren üblichen Wertungen begegnen, hörte sich das lächerlich an. … Hier ergreifen wir sogar Partei für die aggressiven Frühlingsenergien und stellen uns mit ihnen gegen die beharrlichen, starren Kräfte des Winters …“*3
Selbst die Entstehung unseres eigenen Lebens ist ohne aggressive Energie nicht möglich. Erst, nachdem das Spermium die innerste Eihülle durchstoßen hat, kann die Zelle befruchtet werden, kann neues Leben entstehen. Und ein weiteres Phänomen ist dazu angetan, die Notwendigkeit von Aggression zu veranschaulichen: unser körpereigenes, angeborenes Immunsystem. Was täten wir, wenn sich unser Immunsystem NICHT gegen fremde Eindringlinge wehren würde?! Das beginnt bereits beim Abfangen bestimmter Erreger durch Speichel und Schleimhäute und reicht bis zu hochspezialisierten Abwehrzellen, die im biologisch-wissenschaftlichen Jargon als Fresszellen oder – in einer noch höher entwickelten Abwehrstufe – als Killerzellen bezeichnet werden, die ihre, vielmehr unsere Feinde und Widersacher buchstäblich auffressen, vernichten, zerstören und unschädlich machen!
Was unser hochkomplexes angeborenes Abwehrsystem leistet, erlaubt folgendes Fazit: Die natürliche Intelligenz unseres Körpers kennt keine Skrupel, die ihr zur Verfügung stehenden Waffen einzusetzen, wenn es darum geht, unser Leben zu schützen und zu erhalten. Umgekehrt wird klar, welch wertvolle Rolle unser Körper als unbestechlicher Seismograph und Wegweiser zum innerpsychischen Geschehens spielen kann. In Bezug auf Aggression formulieren Herb und Goldberg:
„In unserer Gesellschaft, die weitgehend dem Rationalismus huldigt, könnte sich der Körper als das beste Instrument erweisen, um die Wahrheit über unsere verdrängte Aggression aufzudecken.“*4

Aggression im Dienste des Ich
Aggression bzw. aggressives Verhalten wird üblicherweise als etwas beschrieben, das im Außen, in der äußeren Realität als Akt zwischen zwei Personen stattfindet. Ich verstehe Aggression darüber hinaus als eine Kraft, die bereits im innerpsychischen Geschehen wirkt und in enger Verbindung zum Ich bzw. zum Selbst steht. Diese Entdeckung ist keineswegs neu, sie ist aber, ebenso wie ihr Wert, mehr oder weniger in Vergessenheit geraten. Im innerpsychischen Geschehen sorgt sie dafür, dass sich eigene Wünsche und Bedürfnisse entwickeln dürfen und wahrgenommen werden. Sie sorgt in weiteren Schritten dafür, dass diese eine Stimme erhalten und ihnen Gehör geschenkt wird. Schlussendlich sorgt sie dafür, dass diese Wünsche im Kontakt und Dialog mit der Außenwelt kommuniziert und, falls erforderlich, verteidigt und durchgesetzt werden. Diese innere Kraft dient der Selbstbestimmung und Selbstbehauptung. Sie ist Antrieb und Treibstoff für ein erfülltes Leben. Das Ausmaß der verwirklichten Aggression steht dabei in einem direkten Verhältnis zur Durchsetzungsfähigkeit. Dass die Balance zwischen einem Zuviel und einem Zuwenig schwierig sein kann, ist nicht zu bestreiten. Belohnt wird, wer sich dieser Auseinandersetzung stellt und seine Grenzen mutig, verantwortlich und mit Respekt auslotet. Aus Angst vor Aggression das Kind mit dem Bade auszuschütten, muss jedoch immer sinnlos bleiben, denn die Kraft selbst geht nicht verloren, sie maskiert sich nur.
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„Die Ablehnung von Aggression ist mit dem Leben nicht vereinbar.“ *5
Häufiger noch als der völligen Abwesenheit von Aggression begegnen wir der Ablehnung. Das ist nicht verwunderlich, betrachtet man die Erziehungsmaßstäbe und Regeln, mit denen die meisten von Kindesbeinen an aufwachsen und quasi förmlich in sie hineinwachsen. Aggression in Form von Auflehnung, Ungehorsam und Trotz werden in der Regel von Anfang an unter Strafe gestellt, wie schwer oder mild sie ausfallen mag. Anstatt zum Beispiel, wie Frick-Baer es tun, die berühmte Trotzphase als „eine großartige Leistung der Kinder“*6 anzusehen, muss sich der Wille des Kindes unterordnen. Ist das Kind nicht gehorsam, droht Liebesentzug oder gar der Verlust der wichtigsten Bezugspersonen – in den Augen eines Kindes die schlimmste Strafe überhaupt. So werden eigentlich gesunde Impulse einer langsamen, allmählichen, dafür aber umso hartnäckigeren Umwertung unterzogen, bis die Aggression schließlich zum Tabu geworden ist. Denn, häufig gehört: „Ich will ein lieber Mensch sein.“, „Ich will ein guter Mensch sein.“ Und ein guter Mensch ist nicht aggressiv, denn Aggression ist böse, so der vereinfachte und begleitende Subtext. Diese vermeintlich gute und sicher unbewusst auch oft gut gemeinte Erziehung, die sich selbst paradoxerweise aggressiver Mittel bedient, lässt das innere Aggressionsverbot zur zweiten Haut werden. Letzten Endes aber versagt es uns den „Sprung in die eigene, einmalige Persönlichkeit“ *7. Die Kraft der Aggression verzehrt sich in falsch verstandener Solidarität und mündet, statt in Autonomie, in Abhängigkeit und Fremdbestimmung. Diese dauert mitunter in den verschiedensten verschleierten Formen das ganze Leben an.

Autoaggression
Aggression ist als Energie nicht aus der Welt zu schaffen. Das ist eine Tatsache. Ebenfalls eine Tatsache ist, dass Menschen sie unterdrücken, leugnen und verdrängen können. Eine fragwürdige Fähigkeit angesichts der Folgen. Anstatt Aggression zu bejahen, sie auszuleben und auszudrücken, sie konstruktiv – an einem bestimmten Punkt ist dies in der Regel möglich – ins Außen und damit in unser Leben einzubringen, wird sie zu einem Schatten-Dasein verurteilt und muss ihre Kräfte im Verborgenen entfalten. Sie wird gezwungen, sie gegen das sie unterdrückende Selbst einzusetzen. Sie wird zur Auto-Aggression. Die Erscheinungsformen und Spielarten sind ungeheuer vielfältig. So gehört es heute zu den festen Annahmen der psychosomatischen Medizin, dass der Körper als Träger für Symptome gewählt wird, die sein Mensch nicht wahrhaben, aus seinem Bewusstsein verdrängen möchte. „Es besteht kein Zweifel an der Tatsache, dass psychosomatische Erscheinungen nur dann auftreten, wenn die Aggression über ein bestimmtes Maß hinaus unterdrückt oder verdrängt wurde.“ (*8) Der Körper wird zum Kriegsschauplatz für tabuisierte Aggression. Die Krankheitsbilder reichen von Kopfschmerz und Bluthochdruck über Asthma, Rheuma oder Neurodermitis bis hin zu Krebs. Rüdiger Dahlke widmet diesen körperlichen Krankheitsbildern und den damit verbundenen Lernaufgaben den mehr als 200 Seiten umfassenden 2. Teil seines Buches.
Genauso häufig jedoch wandelt sich unterdrückte Aggression in krankhafte emotionale Symptome, die nicht minder großen Schaden anrichten. „Man kann mit Sicherheit annehmen, dass emotionale Konflikte aller Art und aller Grade der Intensität eine gemeinsame Wurzel haben, nämlich die Unfähigkeit, mit seinen aggressiven Gefühlen fertig zu werden und sie in angemessener Form zum Ausdruck zu bringen.“ (*9) Und weiter: „Das Ausmaß dieser Bewusstseinsverbannung steht in direkter Beziehung zur Intensität der psychischen Krankheitssymptome.“ (*10) Haben wir es bei Zwangsvorstellungen und -handlungen, Verfolgungswahn oder Größenwahn mit Phänomenen zu tun, die heute mehr oder weniger ungefragt in den Behandlungsbereich der Psychiatrie abgeschoben werden, so ist die Depression als Spielart unterdrückter Aggression heute zur Volkskrankheit geworden. Die Gefahr liegt darin, dies einfach hinzunehmen und zu akzeptieren, die Symptome durch z.B. Psychopharmaka umgehend zum Schweigen zu bringen, anstatt ihnen Beachtung zu schenken und ihre Sprache verstehen zu lernen. Wem es schwer fällt nachzuvollziehen, dass auch die Depression eine Form der Auto-Aggression darstellt, der blicke auf das äußerste Ende dieser Skala. Hier steht der Selbst-Mord. Gibt es einen grausameren und brutaleren Akt der Gewalt?

Die scheinbar völlige Abwesenheit von Aggression
Die Abwesenheit von Aggression kann es, wie oben dargelegt, im wirklichen Sinne nicht geben. Diese Annahme ist ein Trugschluss, denn: „Das Haus verliert nichts.“ Es ist lediglich das Bewusstsein, das sich dieser Illusion hingibt. Dennoch gibt es Menschen, die den Zugang zu diesem Gefühl völlig verloren haben. Die Gründe liegen meist in extremen Gewalterfahrungen körperlicher oder seelischer Natur in der Kindheit. Das sich entfaltende Selbst wurde bereits im Keim erstickt oder gar zerstört. Ein Mensch, der so früh zu Beginn seines Lebens Erfahrungen dieser Art gemacht hat, bekommt oft nicht einmal die Chance, sich selbst in seinen Bedürfnissen kennenzulernen, eine Beziehung zum Kern seiner Persönlichkeit zu entwickeln. Damit ist er auch der Chance beraubt worden, aggressive Impulse im Dienste des Ich, des persönlichen Wachstums wahrzunehmen. Dieser Mensch kann eben nicht „aus sich selbst“ heraus handeln. Er wird „behandelt“, statt handlungsfähig zu sein. Er ist ohne Eigenmacht und das zum Teil mit verheerender Konsequenz. Wo Werte und Selbstbezug fehlen, gibt es kaum Orientierung, kaum einen verlässlichen Maßstab und Bezugspunkt. In diesem Fall macht es daher aus Sicht dieser Menschen oft keinen Sinn, Aggression bzw. Selbstverteidigung auszuüben. Für wen? Der Bezug zum Selbst kann nicht mehr oder nur „fehlerhaft“ hergestellt werden. Auch hier droht die Abwesenheit von Aggression in letzter Konsequenz zur Auto-Aggression zu werden und kann, zum Beispiel in Form von schweren und andauernden bis hin zu chronischen Psychosen, zu einer Art ungewolltem psychischem Selbst-Mord führen.

Fortsetzung folgt mit diesen Themen: Eine Spielart der Aggression: Die stille Aggression / Aggression und die Verwandtschaft zu Ärger und Wut / Das richtige Maß und die richtige Zeit / Die persönliche Einstellung finden / Die Rückeroberung der Aggression

Literatur & Zitate:
Dahlke, Rüdiger, „Aggression als Chance“, Goldmann Verlag, Taschenbuchausgabe, 3. Auflage November 2006 / Zitat *2, Seite 31; *3, Seite 51; *5, Seite 34;
Bach, George R., Goldberg Herb, „Keine Angst vor Aggression“, Eugen Diederichs Verlag, 1. Auflage 1974 / Zitat *1, Seite 13; *4, Seite 135; *8, Seite 120; *9 Seite 81; *10, Seite 88
, Neumann, Ursula, „Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel“; Verlagsgruppe Weltbild GmbH, 2007 / Zitat *7, vgl. Seite 87 / 88
Udo Baer, Gabriele Frick-Baer, „Der kleine Ärger und die große Wut“, Weinheim und Basel 2009 Zitat *6 , Seite 106
Hirigoyen, Marie-France, Die Masken der Niedertracht, dtv, 15. Auflage, 2014