Ausgebildet im Geist der ganzheitlich-humanistischen Therapien und vor allem im Geiste Carl Rogers, bin ich dort einem Menschenbild begegnet, das in vollkommener Übereinstimmung mit den Werten steht, die mein Leben bis dahin bereits prägten. Es war mir Bestätigung und Bestärkung, weiterhin das zu leben, was Mensch-Sein für mich ausmacht und meine Auffassung maßgeblich bestimmt. Der Mensch ist ein Wesen, das erst durch die Einheit von Körper, Geist und Seele ganz in dieser Welt ist. Alle drei Ebenen sind von gleicher Bedeutung, alle drei Ebenen üben Einfluss aufeinander aus. Auf diesem Hintergrund lässt sich oft so viel mehr verstehen als durch den Ansatz einer reinen „Kopf-ohne-Körper“*-Philosophie; nur so kann der Mensch wirklich ganz und heil werden. Der wichtigste Aspekt jedoch:

Jeder Mensch ist ein einzigartig und kostbar, und einzig aus diesem Grund verdient er Wertschätzung, Anerkennung und Respekt!

Wie Carl Rogers glaube ich daran, dass der Mensch grundsätzlich gut ist. Ich glaube daran, dass er die Selbstheilungskräfte in sich trägt, die es zur Bewältigung von Krisen braucht sowie an den Wunsch eines jeden, als Persönlichkeit zu wachsen und zu reifen. Diese Sichtweise lässt mich als Therapeutin in jedem Menschen seinen eigenen Meister sehen. Dabei wird jeder Einzelne in seiner Verschiedenartigkeit wahr- und ernstgenommen.

Meine Aufgabe als Therapeutin ist es, ein Klima zu schaffen, in dem Wohlwollen, Wärme und Akzeptanz herrschen, um diese Kräfte zum Vorschein zu bringen, einen Rahmen zu bieten, in dem alles sein darf, was ist, ohne bewertet zu werden.

Wenn es dann gesehen und akzeptiert wird, darf und wird es sich verändern.
Gemeinsam können wir „es“ wieder in Bewegung bringen, um zu erkennen, mit welcher Botschaft uns das Leben an dieser Stelle beschenken möchte.

*Auch dies eine Formulierung von Carl Rogers